Verlagsgeschichte

Von der Lust auf leckeres Essen zum Kochbuch

Alles fing damit an, dass ich Heißhunger auf Krummbeereworschd (Kartoffelwurst) hatte und mich bei der Zubereitung plötzlich fragte: Wie viele Kartoffeln kommen eigentlich in die Krummbeeereworschd?

Ich rief meinen Vater an, der mir freudig Auskunft gab. Von nun an beschloss ich, die alten Rezepte aufzuschreiben.

Mein Vater bei der Zubereitung von Krummbeereworschd (Kartoffelwurst)

Die Recherche

Ich fragte meine Eltern nach den alten Rezepten, reiste durch den Hunsrück und begegnete dort älteren Menschen, die mir gerne ihre Geschichten von früher erzählten. Im Kochschulheft meiner Großmutter fand ich weitere Anregungen und suchte weitere Rezepte in alten Kochbüchern und Volkskundebüchern. In Bibliotheken, Museen und aus alten Kirchenbüchern erfuhr ich vieles über die alten Bräuche und Gewohnheiten rund um das Essen und Trinken.

Besonderen Spaß aber bereitete das Ausprobieren der Rezepte, womit stets auch kleine Zeitreisen in die Vergangenheit verbunden waren. Mit meinen Töchtern, die damals noch klein waren, kochte ich die Rezepte nach. Wir stellten uns das Leben der alten Hunsrücker vor. Diese bescheidenen, aber leckeren und einfallsreichen Küchenschätze begeisterten mich so sehr, dass daraus ein Kochbuch entstand. Der Hölker Verlag verlegte das Buch 1985.
Das „Schinderhannes-Kochbuch“ gehörte nun zur kleinen Küchenbibliothek des Verlages.

Das Hochzeitsgeschenk

In der Verbandsgemeinde der mittelalterlichen Stadt Herrstein an der Deutschen Edelsteinstraße wurde „Das Schinderhannes-Kochbuch“ Brautpaaren zur standesamtlichen Trauung geschenkt.

Der Bürgermeister der kleinen Stadt belebte einen alten Brauch. Brautpaare bekamen zur Gründung ihres Hausstandes Brot und Salz zur Hochzeit. Mit diesen Gaben war der Wunsch verbunden, dass ihnen diese wichtigen Nahrungsmittel nie ausgehen möchten.

Die Brautleute durften sich über ein Körbchen mit einem Laib Brot, einem Säckchen Salz, der Gratulationsurkunde der Verbandsgemeinde und dem „Schinderhannes-Kochbuch“ freuen. Dabei sollte das Kochbuch einen Beitrag zur Pflege der heimischen Küchenkultur und der Bräuche leisten.

Salz und Brot
bewahrt vor Not

„Die Hunsrücker Küche“

Eines Tages sprach mich der Bürgermeister von Herrstein an, ob ich noch einige Exemplare des Schinderhannes-Kochbuches hätte, denn sein Vorrat an Kochbüchern war zur Neige gegangen. Das Buch war auch im Buchhandel nicht mehr erhältlich. Ich beschloss ein neues Kochbuch vom Hunsrück, „Die Hunsrücker Küche“ zu schreiben und selbst zu verlegen. So konnten in der Zwischenzeit die Herrsteiner Brautpaare mit einem Gutschein vertröstet werden.

Die Hunsrücker Küche – Rezepte und Bräuche meiner Heimat“ erschien im Dezember 1992. Ich hatte Glück! Das Buch wurde mit viel Zuspruch und Begeisterung aufgenommen.

Artikel aus der „Nahe-Zeitung“ vom 15.12.1992

Im Oktober 1998 folgte die zweite Auflage, im Oktober 2005 erschien „Die Hunsrücker Küche“ in der dritten Auflage.

Artikel aus der „Kirner Zeitung“

Schließlich verlegte ich im Oktober 2004 „Das Schinderhannes-Kochbuch“ in neuer Gestaltung wieder und im Oktober 2005 „Halli, halli, hallo, so geiht’t na Bremen to!

„Das Schinderhannes-Kochbuch – Das kleine Kochbuch aus dem Hunsrück“

Halli, halli, hallo, so geiht’t na Bremen to!“